Mangos – Die exotischen Früchte

Mangos zählen neben Bananen, Orangen und der Ananas zu den beliebtesten Südfrüchten der Europäer. Sie gehören mittlerweile zum Standardangebot eines jeden Supermarktes und sind bei den Kunden vor allem in den Sommermonaten heiß begehrt. Dabei ist über den Exoten nur sehr wenig bekannt.

Wo kommt die Mango her?

frische mango

Eine frische Mango – auf einem Blatt serviert

Bis die Südfrüchte in unseren Obstsalaten oder Marmeladen landen, haben sie bereits eine lange Reise hinter sich. Auch bei ihrer Verbreitung als Pflanze hat sie viele Wege bestritten. Ihr Heimatland ist Indien. Von dort aus breitete sie sich allmählich nach Malaysia aus. Etwa im 15. Jahrhundert gelangte sie durch Seefahrer, Missionare und Piraten auf die Philippinen. Nachdem die süße Vitaminbombe endgültig den asiatischen Raum erobert hatte, erreichte sie durch portugiesische Seefahrer im 16. Jahrhundert Ostafrika und Westafrika. Von dort aus ging es dann weiter nach Südamerika, Mittelamerika und Florida. Im europäischen Raum wachsen abgesehen von den Kanaren und der Costa del Sol keine Mangobäume, da das Klima dafür ungeeignet ist. Zum Glück werden aber genügend Mangos importiert, um jedem Liebhaber gerecht zu werden.

Das ist die Mango

Mangos (Magnifera indica) gehören zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae) und sind deshalb mit Cashewnüssen und Pistazien verwandt. Mangos gelten als Obst bzw. Steinfrucht. Ihr Fleisch kann hellgelb bis tieforange sein, je nach Art ist es in der Konsistenz sehr unterschiedlich. Es kann eher faserig und hart oder glatt und weich sein. Es gibt auch Sorten, bei denen es wie eine zähflüssige Pulpe ist, weshalb das exotische Obst dann nicht geschält, sondern eingeritzt und ähnlich einer Avocado ausgelutscht wird. In Europa ist diese Variante nur selten zu finden.

Mangos sind die größten bekannten Steinfrüchte. Sie können bis zu 25 cm lang und 10 cm breit werden. Im Schnitt wiegen sie zwischen 300 und 500 Gramm.

Die größten Sorten können ein Gewicht von zwei Kilo erreichen. Jede Mangosorte hat eine individuelle Form. Die Steinfrucht kann nierenförmig, oval, länglich oder rundlich sein. Im Inneren befindet sich ein länglicher, schmaler Samenkern, der durch seine Fasern fest mit dem Fleisch verwachsen ist. Der verhältnismäßig große Kern lässt sich nur sehr schwer auslösen, während z.B. bei einem Pfirsich die beiden Teile leicht getrennt werden können, geht bei der Mango der Kern quasi direkt in das Fleisch über, welches etwa 60 bis 70 Prozent ausmacht. Der weiße Samenkern umschließt einen bis zwölf Keimlinge.

Grün und trotzdem reif

Von Tomaten, Erdbeeren und Bananen wissen wir, dass sie, wenn sie noch grün sind, nicht reif genug sind. Bei Mangos ist das anders. Die Farbe der Haut sagt nichts über den Reifegrad aus. Sie kann von dunkelgrün über gelb bis Orange und tiefrot sein. Die Haut ist glatt und lederartig, je nach Sorte relativ dick und ungenießbar. Die Frucht schmeckt süß bis leicht sauer.

Ob eine Mango bereit zum Verzehr ist, erkennt man daran, dass sie duftet und bei Druck leicht nachgibt. Wenn sich schwarze kleine Punkte auf der Oberfläche gebildet haben, hat sie den höchsten Reifegrad erreicht und sollte, wenn möglich noch am selben oder nächsten Tag verzehrt werden.

Eine exotische Vitaminbombe

fruchtsaft smoothie

Auch perfekt für Fruchtsäfte und Smoothies

Die Königin der Früchte enthält gleich viel Vitamin C wie eine Orange, ist besonders reich an Karotin und Vitamin A. 100 Gramm enthalten z.B.:

  • 58 kcal Energie
  • 82 g Wasser
  • 0,6 g Eiweiß
  • 0,3 g Fett
  • 12,5 g Kohlehydrate
  • 1,7 g Ballaststoffe
  • 12 mg Kalzium
  • 18 mg Magnesium
  • 3 mg Karotin
  • 40 mg Vitamin C

Damit ist das Fleisch gesundheitlich sehr wertvoll. Es stärkt das Immunsystem und hat aufgrund des geringen Säuregehaltes eine beruhigende Wirkung auf den Darm. Aus dem Samen wird Mangoöl gewonnen, das der Kakaobutter ähnlich ist und für Hautcremes und Kosmetika verwendet wird.

Von wo kommt die Südfrucht in die Obstabteilung europäischer Supermärkte?

Als Ursprungsland ist Indien auch heute noch der Hauptexporteur der süßen Südfrucht. Etwa 10 bis 15 Millionen Tonnen werden pro Jahr exportiert. Insgesamt gibt es über 1000 verschiedene Mangosorten. Weitere wichtige Exporteure sind:

  • China
  • Thailand
  • Pakistan
  • Mexiko
  • Indonesien
  • Brasilien

Der heilige Mangobaum

Der Mangobaum steht im indischen Raum für Kraft und Stärke und ist heilig. Er ist immergrün, wird bis zu 45 Meter hoch und ist damit der größte bekannte Obstbaum der Welt. Die Baumkrone kann einen Durchmesser von bis zu 10 Metern haben. Er gedeiht am besten in subtropischen Zonen, ursprünglich wächst er im Regenwald. Während er in allen anderen Ländern kultiviert wurde, gibt es im indischen Raum noch urwüchsige Mangowälder.

Die Blüte des Baumes, die nach Veilchen duftet und weiß bis blassrosa ist, wird mit den Gottheiten des Hinduismus in Verbindung gebracht, die Frucht wird als Speise der Götter diesen auch heute noch geopfert. Bis sich aus der Blüte eine Mango entwickelt, vergehen in etwa 140 Tage.

Tipps zum Verzehr

mangosalat

Mangos eignen sich auch sehr gut für die Verfeinerung von Salaten

Die Mango entfaltet ihren angenehm süßen Geschmack am besten bei Zimmertemperatur. Man kann knapp am Samenkern vorbei schneiden, sie in zwei Hälften teilen und dann auslöffeln, oder das Fruchtfleisch bis zur Schale gitterförmig einritzen, die Hälften dann nach oben umstülpen und die einzelnen Stücke leicht herauslösen. Wem das zu umständlich ist, der kann die Mango auch einfach mit einem Messer oder Gemüseschäler von der Haut befreien und das Fleisch dann in dünnen Scheiben vom Kern lösen.

Ähnlich wie Kiwis oder Ananas wird die Mango in Verbindung mit Milchprodukten bei längerer Lagerung bei Zimmertemperatur leicht bitter. Der Grund dafür ist ein eiweißspaltendes Enzym. Um das dies zu verhindern, können die Fruchtstücke mit Zitrone beträufelt werden. Das Enzym wird dadurch inaktiv.

Mangos können nicht nur roh gegessen werden, sondern harmonieren auch sehr gut mit Schweinefleisch, Huhn oder Garnelen. Außerdem lassen sie sich sehr gut zu Mangolassis, Marmeladen, Chutneys oder Eis verarbeiten. Auch in Obstkuchen schmecken sie besonders lecker. In kleinen Würfeln oder dünnen Scheiben können sie einen einfachen Salat zu einer raffinierten und erfrischenden Sommermahlzeit machen. In der Küche kann die beliebte Südfrucht vielfach zum Einsatz kommen – und sie hat garantiert auch noch viele Überraschungen parat.